Archiv für September 2013

Lila Nagellack

Hallo Welt!

Seit ihr bereit für einen weiteren langweiligen Bericht aus meinem Leben und meiner Gedankenwelt?
Nein?
Scheiß drauf, denn den gibt es jetzt trotzdem. Wer keinen Bock drauf hat kann ja hier aufhören zu lesen. Oder was sinnvolleres lesen. Bild zum Beispiel.

Er ist toll! Er ist lila, er glänzt und er hat den selben Farbton wie meine Schuhe, meine Handyhülle und der Schal meiner Freundin (der mir genauso gut steht und den ich gerne hätte… *neid*)

Und während die zweite Schicht trocknet muss ich so über Staaten, imperialismus, unabhängigkeit und so weiter und so fort nachdenken.
Neulich wieder irgendwo in den Nachrichten gelesen das die Katalonier*Innen mal wieder eine grooooße Menschenkette gemacht haben für die Unabhängigkeit Kataloniens. Cool. Da stehen ein paar Menschen auf für ihre Rechte, über 80% der Spanischen Bevölkerung ist für eine unabhängigkeit der Region von der Spanischen Regierung, aber die sagt einfach: „Nö. Warum sollten wir die guten Steuergelder denn abgeben? Und ihr habt uns gewählt, also repräsentieren wir euch und können in dieser Demokratie sagen was ihr wollt. und ihr 80% wollt nicht das Katalonien unabhängig wird. Wäre ja noch schöner wenn das Volk in einer Demokratie mal was zu sagen hätte.“

Und warum sollte ich jetzt als Mensch, die Staaten ablehnt es eigentlich gut finden das da Menschen einen neuen, unabhängigen Staat bekommen?
Hab ich mir mal ein paar Gedanken zu gemacht. Heraus gekommen ist, dass die Menschen damit in diesem kleinen Teil der Erde ihre Freiheit haben und dort nicht verfolgt und diskriminiert werden.
Deshalb ist der Staat Israel in meinen Augen auch sinnvoll. Und ein palästinensischer Staat ebenfalls. Und ein kurdischer.
Und ich hoffe, das irgendwann am Ende alle Menschen mal erkennen das wir doch irgendwie alle gleich sind und die gleichen Bedürfnisse haben (einfach in Frieden und solidarisch miteinander zu leben).

So viel zu meinem neuen Nagellack, ich hoffe ihr mögt ihn auhc so wie ich.
Lila Grüße,
eine schwarze Katze

Mein Beitrag zu Deutschland Teil 2

Hallo an alle da draußen,

Das Wetter ist scheiße und Deutschland bleibt es wohl auch noch eine Weile.
Wie auch immer, auf den Text „Mein Beitrag zu Deutschland“ habe ich folgende Antwort/Nachfrage bekommen, auf die ich jetzt Bezug nehmen möchte:

„Guter Text, einige wichtige Themen angesprochen.
Ich stimme mit dir in vielen Punkten überein, ich habe aber 2 Fragen:
Ich freue mich auch, wenn die deutsche Nationalmannschaft gewinnt (wie gestern z.B.) aber wenn die gegen ne afrikanische Mannschaft spielen, bin ich für die. An wen ist das gerichtet, das Problem mit dem Fussball?

2.: was hat das mit dem begriff „Deutschland“ zu tun? So heißt das Land, in dem wir leben, irgendeinen Namen muss es ja haben. Du meinst die Regierung, der allein der politische Wille fehlt, dieses oder jenes zu machen.
Thematisch sind wir auf ein und der selben Seite. Der Unterschied ist, dass ich da nicht so ideologisch rangehe, sondern thematisch.
Schünemann ist schon relativ bescheiden, aber man muss ihn politisch bekämpfen. Klar ist das hart, man gewinnt auch nicht immer, aber solange es noch Gesetze gibt, die das legalisieren was er und was die Aigner und derFriedrich und die Schröder machen, dann muss etwas an den Gesetzen geändert werden. Und das passiert nicht, indem ich mich irgendwo ankette und ne zugfahrt verzögern kann. Das ist natürlich gut, aber wichtig ist die Presse, die vierte Gewalt im Land.“

Gut Strukturieren wir das mal… fangen wir mit dem Fußball an:
„Ich freue mich auch, wenn die deutsche Nationalmannschaft gewinnt (wie gestern z.B.) aber wenn die gegen ne afrikanische Mannschaft spielen, bin ich für die. An wen ist das gerichtet, das Problem mit dem Fussball?“

Ok, erst mal eine Gegenfrage: Warum bist du für die afrikanischen Mannschaften? Mit welcher Begründung? Weil die ja so arm sind das wir sie unterstützen müssen? Oder weil sie immer die ewigen Verlierer*Innen sind? Oder weil du das dortige politische System gut findest? Oder aus einem anderen Grund?

Nun, warum auch immer, ich persönlich habe generell etwas dagegen wenn Frauenschaften (oder auch Mannschaften) für eine Nation antreten. Oder auch wenn Politiker*Innen eine Nation repräsentieren. Weil in einer Nation so unendlich viele Menschen mit so unendlich vielen Meinungen und auffassungen sind das sie alle gar nicht repräsentiert werden können.
Beim Fußball ist das nciht so mit der Meinung, schon aber mit der Leistung. Es sind ja „unsere Besten“.
Generell entsteht, wie ich es schon in dem Vorgänger*Innentext geschrieben habe, durch diese Repräsentation ein „Wir“ Gefühl. Mit diesem Gefühl sollen sich möglichst alle „Deutschen“ identifizieren, denn es ist ja Deutschland (das Land in dem wir Leben und damit sind wir ja Deutschland, genau wie die Menschenschaft die da Tore schießt Deutschland ist) das da gewinnt und Tore schießt.
Aber wehe wenn WIR mal nciht Tore schießen und Gewinnen. Dann sind es die bößen [irgendeine Nationalität Eintragen] die uns geschlagen haben.
Und wie das dann endet können wir regelmäßig sehen. Da gibt es Übergriffe und Schlägereien, nur weil der Mensch neben den „Deutschen“ halt mal nciht so Deutsch ausgesehen hat beim Publick Viewing.
Es werden Parolen geschrien wie „Deutschland den Deutschen“, „Scheiß Italiener“* oder ähnlicher Bockmist. Im Falle eines Spieles Deutschland gegen Israel durfte Mensch vorher im Internet Sprüche lesen wie „Gebt Gas Jungs! – darf man das sagen? Ja, ich denke das darf man.“ und „Spielt bis zum Endsieg, jungs“.
Das zeigt mir immer wieder das der von allen als „der gute Patriotismus“ bezeichnete sehr, sehr schnell in Rassismus und Antisemitismus umschlägt.
Des weiteren müssen die gesellschaftlichen Verlierer auch nciht mehr dagegen Kämpfen immer die Verlierer zu sein, denn sind sie nicht Deutschland? Und ist Deutschland nicht wunderschön und gewinnt Deutschland nicht für uns alle? Und wenn Deutschland gewinnt, dann gewinnen auch die gesellschaftlichen Verlierer*Innen. So lange, bis sie wirklich ncihts mehr haben außer Deutschland an das sie sich klammern können. Und das schlägt dann zu offenen Hetzen und Progromen um, wie in Mölln. Wie in Lichtenhagen. Wie in Berlin.


„Was hat das mit dem begriff „Deutschland“ zu tun? So heißt das Land, in dem wir leben, irgendeinen Namen muss es ja haben.“

Muss es? Naja, kann sein dass die Gegend so heißt. Aber Teile dieser Gegend hießen auch mal anders und werden wohl wieder anders heißen. Das Problem ist, dass der Begriff „Deutschland“ dafür genutzt wird ein Wir-Gefühl zu erzeugen welches dann ganz schnell in Rassismus/Antisemitismus/Sexismus endet.

„Du meinst die Regierung, der allein der politische Wille fehlt, dieses oder jenes zu machen.
Thematisch sind wir auf ein und der selben Seite. Der Unterschied ist, dass ich da nicht so ideologisch rangehe, sondern thematisch.
Schünemann ist schon relativ bescheiden, aber man muss ihn politisch bekämpfen. Klar ist das hart, man gewinnt auch nicht immer, aber solange es noch Gesetze gibt, die das legalisieren was er und was die Aigner und derFriedrich und die Schröder machen, dann muss etwas an den Gesetzen geändert werden. Und das passiert nicht, indem ich mich irgendwo ankette und ne Zugfahrt verzögern kann. Das ist natürlich gut, aber wichtig ist die Presse, die vierte Gewalt im Land.“

Die Gesetze lehne ich ab. Genau so wie Knäste und Nationen.
Gesetze sind, wie Mensch oft hört, die Regeln einer Gesellschaft. Was ist aber nun wenn die Gesellschaft eine andere ist als es die Gesetze vorgeben?
Oder wenn die Gesetze nur eine Handvoll Menschen repräsentieren und dafür den Rest einschränken?
Denn genau das tuen Gesetze. Sie schränken mich ein, sie diskriminieren andere. Klar, dann ist die Antwort: „Dann müssen andere Gesetze her!“
Aber auch diese Gesetze werden nie alle Menschen erreichen können und gerecht sein.
Meine utopische Vorstellung dieser Gesellschaft ist, dass sie es irgendwann schafft sich zu überwinden. Das wir eine wahrhaft solidarische Gesellschaft bekommen in der die EInzigen Gesetzte die Regeln des Miteinander sind. Eine Gesellschaft in der es kein Geld mehr gibt, in der das Gearbeitet wird was nötig ist von denen die es möchten. Geld wird nciht mehr benötigt weil die Werte der Gesellschaft keine Monetären mehr sind sondern solidarische, menschliche Werte.
Wenn ich etwas haben möchte dann schaue ich wer das noch möchte. Ich schliese mcih mit diesen Menschen zu einer Interessengruppe zusammen und forsche nach wie das realisiert werden kann. Wenn es Menschen gibt die einem dabei helfen dann werden sie es freiwillig tun – eben weil andere Menschen ihnen auch helfen wenn sie etwas umsetzen möchten.
So viel zu Gesetzen und Eigentum.

Zum Thema Direkte Aktionen: Klar hat der Zug vor dem sich Person XY ankettet am Ende nur Verspätung. Auf dem geplanten Genfeld neben der Strecke wurde allerdings die Aussaht durch eine Feldbesetzung verhindert – und somit die Gefahr für die Umwelt minimiert.
Die erste Aktion hat nun erst mal nichts gebracht. Der Zug ist angekommen, die Leute geräumt worden und natürlich keine der Forderungen erfüllt (die sofortige Abschaltung aller Atomanlagen Weltweit).
Und trotzdem feiern die Menschen. Weil sie mit der Presse in Kontakt kamen. Weil über die berichtet wird. In den Umliegenden Orten sind sie DAS Gesprächsthema. Ja, sie haben es geschafft auf die regelmäßigen Atomtransporte aufmerksam zu machen – und somit ihr Ziel Erreicht. Jetzt kann es passieren das die Anwohner*Innen sich ebenfalls organisieren und dagegen einen Widerstand entwickeln – weil ihnen erst jemensch zeigen musste was da in der Umgebung so scheiße läuft.
Und klar, alle Atomanlagen laufen immer noch und es wird sich kein Konzern darum scheren das da schon wieder Aktivist*Innen sich an das Tor gekettet haben. Aber durch solche Aktionen wird eine Öffentlichkeit geschaffen die es ermöglicht weiter zu arbeiten und durch die irgendwann einmal alle Atomkraftanlagen weltweit abgeschaltet werden.

Ich hoffe das reicht an Antwort fürs erste,
liebe Grüße und noch ein wenig Musik wünscht euch
eine schwarze Katze

Hier die Musik: http://www.youtube.com/watch?v=HJvO_R_ajk0

*selber so mitbekommen bei der EM 2012.

Glück

Habt ihr euch mal so richtig glücklich gefühlt?
So, dass es alle sehen konnten?

Ich habe das erst ein mal bisher getan, und ich muss sagen dass es ein großartiges Gefühl ist.
Warum ich das hier hinschreibe? Weiß ich selber nicht. Es ist eigentlich total unbedeutend für alle die hier mitlesen… aber für mich bedeutet es doch irgendwie die Welt. Und da es ein Blog über mcih ist müsst ihr das Wohl oder Übel alle lesen wenn ihr hier mitlest ;-)
Und ich wünsche jedem Menschen das sie*er dieses Gefühl einmal erleben wird. Ein Gefühl von reinem Glück (und vielleicht auch ein wenig verliebtsein, wer weiß?).

So, jetzt werd ich aber mal schlafen gehen. Morgen ist ein langer Tag und Samstag gibt’s ne Radtour zu unserem Lieblingsstromerzeugerstandort. Vielleicht sehen wir uns ja?

bunte Grüße,
eine schwarze Katze