Archiv für Januar 2014

Warum Anarchismus?

Bei Anarchie kommen den meisten Menschen Bilder von den Chaostagen, Riotdemos, Karneval oder Endzeitfilmen in den Kopf – und unweigerlich fragen sie einen warum Mensch denn etwas so toll finden kann wo ich mir mit einer Keule/einem Gewehr/simpler Gewalt alles nehmen kann was ich möchte. Das Prinzip der Stärkeren und so.

Das ist meistens der Moment in dem ich die Augen verdrehe und mich von dem Gespräch abwende – einfach weil das schon 1000x diskutiert wurde und ich da keine Lust mehr drauf habe. In der Hoffnung das ich das irgendwann weniger Menschen erklären muss, hier nun meine Sicht und Definition auf das Thema in kurzen Worten in einem langen Text dargestellt:

Für mich bedeutet Anarchismus dass keine Person über eine andere befehligen kann. Das ein System geschaffen ist in dem sich alle wohl fühlen können weil sie keine Angst vor Repression, Übergriffen, Sexismus oder anderen Arten der Diskriminierung haben müssen. Ein System in dem sich einzelne Bedarfsgemeinschaften zusammenfinden um ihren Alltag solidarisch zu bestreiten. Über das eigene und das Fehlverhalten von anderen wird geredet und reflektiert, Grenzen anderer werden immer respektiert.

An dem Punkt mit den Bedarfsgemeinschaften kommt oft das Argument: „Und wer kümmert sich dann um Gesetze die die Umwelt betreffen?“ Meine Antwort ist immer: „Es werden keine Gesetze für so etwas benötigt. Wenn etwas die Umwelt, und damit andere Lebewesen als mich, beeinträchtigt lasse ich es sein. Und das würden auch andere tun.“ – „Ja, aber es wird immer Menschen geben die sich darüber hinwegsetzen…“ – „Nein. Es müssen nur alle Menschen erkennen das die Abgabe einiger Privilegien (zum Beispiel „Männliches benehmen“) allen und auch mir selbst nur zugute kommen. Das gilt für alle Bereiche, sei es nun Geld (eh abgeschafft) oder sonstige Luxusgüter. Güter werden übrigens in meiner Vorstellung nur noch nach Bedarf (und nicht nach 5 Jahresplänen oder auf Verdacht hin) Produziert und nach den Wünschen der Personen. Wozu Wirtschaftswachstum wenn wir einfach nur Leben müssen? Warum Arbeiten um Dinge für den Müll zu produzieren wenn wir doch feiern gehen können.

Luxus für alle – Liebe, Leben, Anarchismus.

in Utopien schwelgende Grüße,
eine schwarze Katze

Kinderbücher

Habt ihr euch schon mal Gedanken darüber gemacht welche Rollenbilder uns in Kinderbüchern vermittelt werden?
Nein?
Ich ehrlich gesagt auch nicht so wirklich. Bis mir eine befreundete Person vor ein paar Tagen eine Mail schrieb in der sie zwei Stellen aus unterschiedlichen Kinderbüchern genommen hat und einfach mal aus den männlichen Charakteren weibliche gemacht hat und umgekehrt. Liest sich interresant wenn der Junge plötzlich eine Lieblingspuppe hat und das Mädchen mehr Mut beim Baumklettern.
Leider, dass hat sie auch angemerkt, sind die ganzen alten Kinderbücher oft total sexistisch, rassistisch und so weiter. Vor einiger Zeit habe ich mit einer Person die mir sehr nahe steht mal den Kleinen Wassermann angefangen zu lesen – und ich dachte mcih trifft der Schlag! Was da für Rollenbilder vermittelt werden…
Aber etwas positives hat es: Ich habe dadurch gemerkt dass unsere Gesellschaft offener geworden ist was Geschlechterrollen angeht und „die Frau“ heutzutage nicht den ganzen Tag die Stube hüten muss. Oft zumindest. Mir zumindest gibt das Hoffnung. Was mir auch Hoffnung gibt ist dass die ganzen Kolonialistischen Bilder aus Jim Knopf, Pipi Langstrumpf und Co nicht mehr aktuell sind und zumindest die breite Masse es geschafft hat sich davon zu distanzieren in ihrer Sozialisation.
Historisch gesehen kann ich aber allen nur Empfehlen mal ein Kinderbuch zu lesen. Lest es kritisch und reflektiert und mit einem Blick auf das was heute ist und das was damals war.

kritische kindliche Grüße,
eine schwarze Katze

Warum Stickern?

Im Beitrag heute: Warum Stickern mehr ist als stumpfer Vandalismus.

Stickern (also Aufkleber irgendwo in die Öffentlichkeit kleben) wird ja oft stumpf als Vandalismus oder Ähnliches bezeichnet oder wird von einzelnen immer wieder als Stumpf/nichtsbringend abgetan.
Natürlich kann ich über einen Sticker sehr schlecht die Meinung und das Weltbild von Menschen ändern, und ja, es bringt manche Menschen auch gegen das was ich da tue/damit erreichen möchte auf, ist also sogar Kontraproduktiv.

Allerdings gibt es einen Punkt, der (mir) extrem wichtig bei der Sache ist: Das einnehmen von (öffentlichen) Räumen.
Ich freue mich jedes mal wenn ich durch eine Ortschaft gehe und Antifa-/Antiatom-/feministmus-/sonstige Sticker sehe und damit weiß: Hier gibt es Widerstand gegen den grauen Alltag und überholte, konservative Denkweisen.

Stellt euch vor, es würden überall CDU/NPD/SPD Aufkleber kleben – dass der Raum von diesen Dumpfbacken eingenommen wird. Oder das an jeder Straßenecke Sexistische Propagan… oke, vergesst es. Erobern wir die Räume zurück. Wild Stickern und Plakatieren. Überall. Am besten sofort.

Buntmachende Grüße,
eine schwarze Katze

Und darum: Nicht die SPD!

Da könnt ich mich doch wieder aufregen.
An der Uni ist gerade mal wieder Wahlkampf. Und wie immer buhlen die schlimmsten Uniparteien um die Stimmen der Studierenden.
Da gibt es den RCDS und den ADF, die unbedingt ihre Waffeln verteilen müssen um damit auf Stimmfang zu gehen, die Partei die mit dem gewohnten Sarkasmus an die Sache geht, die Grüne Hochschulgruppe die brav hinter ihrem Tisch sitzt, Schwarz-Rot Kollabs hält sich bis jetzt erfolgreich fern und da gibt es noch die Jusos.
Jaaaaa… was soll ich zu denen sagen? Ich weiß, wer die wählt ist selber Schuld. Aber ihr neuestes Wahlplakat, oder ist das schon älter? Egal, es ist einfach Geschmacklos!
Abgebildet ist eine ausgemergelte Person die vor einem Pappkarton sitzt der offensichtlich als Haus dienen soll, davor sind ein paar Balken zurechtgezimmert und es hängt eine Glühbirne herunter. Auf dem Plakat steht über dem Bild „Wir sind gekommen um zu bleiben!“
Oh, toll. Ist das eine Anspielung auf die Flora und die Politik der SPD was diese angeht? Oder ist es eine Anspielung auf die Flüchtlinge aus Lampedusa? Nein, es ist gegen fehlenden Wohnraum für Studierende.
Meiner Meinung nach sind die letzten, die irgendwie Werbung für sich mit „Wir sind gekommen um zu bleiben“ machen dürfen aktuell die SPD. Ein scheinheiliger Haufen der mal ganz schnell weggesperrt gehört. Genau wie die von der CDU/CSU/NPD/Grünen/Linken. Und Deutschland gleich mit dazu.

Hab die Schnauze voll von irgendwelchen Parteien die meinen sie wüssten besser als die Menschen was die Menschen brauchen.
pissige Grüße,
eine schwarze Katze