Archiv für Februar 2014

Warum Autonom?

Ich bezeichne mich selbst manchmal als Autonome. Aber was bedeutet dieser Begriff für mich, welche Definition benutze ich wenn ich von „autonomen Aktionen“ rede?

Erst einmal bedeutet ‚autonom sein‘ für mich möglichst unabhängig zu sein. Unabhängig von einer größeren Organisation, einer Nation oder irgend etwas anderem. Das ist so nicht durchsetzbar, denn ich beziehe Sozialleistungen vom Staat, arbeite für Menschen und Firmen um Geld zu bekommen und so weiter. Aber ich bin in der Lage mir dessen bewusst zu sein und für mich zu entscheiden ob ich es Vertreten kann für Firma XY zu arbeiten oder Leistung AB zu beziehen. Und ich kann darauf hinarbeiten dass ich mich irgendwann vielleicht sogar mit mehreren Menschen zusammen selbst ernähren kann und somit nicht direkt auf Geld angewiesen zu sein.

Ab und zu halte ich ja auch mal einen Vortrag oder einen Workshop, und in diesem Kontext rede ich häufig von sogenannten „autonomen Aktionen“ oder „autonom-militanten Aktionen“. Teilweise sind die Teilnehmer*Innen dann überrascht dass die Menschen auf den Bildern keine schwarzen Kapus an haben und Mollis oder Steine werfen sondern freundlich in die Kamera schauen und irgendwie total friedlich wirken.
Für viele Bedeuten Autonome Aktionen immer direkt Steine werfen oder doch zumindest vermummt sein, irgendwo sprayen oder Scheiben einwerfen und randalieren. Ja, auch dies können autonome Aktionen sein – aber autonome Aktionen können viel mehr als das. Wenn Menschen Bundeswehrfahrzeuge abfackeln, Genfelder zertrampeln, auf der Straße tanzen, Wälder und Bäume besetzen, Atomkraftwerke oder Züge blockieren, dann sind das auch autonome Aktionen.
Denn diese Aktionen wurden von Gruppen aufgrund ihrer linksradikalen Überzeugung und aus dem Willen heraus gemacht dass sie die herrschenden Verhältnisse zumindest kurzzeitig ins schwanken bringen und eine Auskunft in eine bessere, schönere Zukunft geben. Eben einer Zukunft die es uns ermöglicht auf der Straße zu tanzen und nicht ständig von Atomkraftwerken bedroht zu werden.

Als letztes noch: Greenpeace (um einen von vielen Namen zu nennen) macht ja auch gerne mal Aktionen gegen Castor, Regenwaldrodung, Atomkraft oder Genfelder. Das hat für mich nichts mit autonomen Aktionen zu tun weil GP streng hierarchisch strukturiert ist und alles erst von oben abgesegnet werden muss was eine kleine Gruppe vielleicht mal irgendwann cooles geplant hat.
Trotzdem macht GP auch mal ganz coole Aktionen – auch wenn sie dafür vorher einen Lastwagen voll Bier leer trinken müssen ;-)

autonome Grüße,
eine schwarze Katze

P.S.: Natürlich bedeutet autonom sein noch mehr für mich, allerdings kann ich das nicht immer so in Worte fassen und es fällt mir auch nicht immer beim Texte schreiben alles zu dem Thema ein. Ergänzungen gibt es bei Gelegenheit.

P.P.S.: Ich freue mich wenn es Menschen gibt die mir ihre Sicht über meine Texte darlegen und kritik üben an dem was ich geschrieben habe, so wie neulich bei dem SPD-Text. FCK SPD!!!

Warum so kurz?

Hallo liebe Menschen die meinen Blog lesen,

Auf meinen „Warum Anarchismus?“ Eintrag kam die Kritik dass der zu kurz ist, das Anarchie viel mehr ist und so weiter.
Dazu kann ich nur sagen: Ja, stimmt. Aber das hier ist ein Blog und kein 500 Seiten umfassendes Buch in dem ich mir vorher eine Struktur überlege. Das hier ist ein „ich schreib mal meinen Gedankenmüll auf und veröffentliche das, vielleicht interessiert es ja mal wen“ Blog.
Deshalb kommt in meinen Beiträgen öfter mal etwas zu kurz. Aber wenn ihr dazu was beizutragen habt, es gibt da so eine praktische Kommentarfunktion, die dürft ihr gerne für Inhaltliche Ergänzungen und Diskussionen benutzen.

Oh, und es gab Kritik daran das ich im Zusammenhang von Anarchismus den Begriff System verwendet habe.
Damit meinte ich nicht ein System welches hergestellt wird und von einer Regierung hierarchisch benutzt wird. Ich meinte das System der Definitionsmacht und des gegenseitigen respektvollen Umgangs. Denn auch wie wir miteinander umgehen hat und ist ein System in meinen Augen.

Tja, zuletzt wurde mir dann noch empfohlen ein Buch über Anarchismus zu lesen. Ja, mache ich gerne. Wenn ich mal eins in die Finger bekomme. Aber solange nehme ich mir für mich die freiheit heraus keiner von irgendwem gegebenen Definition zu folgen sondern meinen Gedanken. Jeden Tag ein bisschen mehr oder weniger.

bunte Grüße,
eine schwarze Katze