Warum sind coole Antifas einfach nicht die tollsten?

Er ist jedes Wochenende auf einer Demo und blockiert Nazis. Tagsüber hängt er unter der Woche im autonomen Jugendzentrum rum, kennt dort jeden und weiß auch immer Bescheid. Seine Taten in der ersten Reihe kennen nun auch schon alle und auf dem Dancefloor ist er echt mal der größte. Wenn ich ihn auf ner Demo sehe dann ist er der lautstarke kämpferische Held der seine Freundin beschützen muss – der Ideale Antifschist halt.

Aber halt, finde ich das wirklich? Eigentlich nicht. In meinen Augen sollte ein*e Antifaschist*In nicht nur auf der Straße gegen Nazis Demos und Blockaden machen. Klar, das ist schön wenn so was passiert und wenn sich Menschen entschlossen diesen Ärschen in den Weg stellen, aber ein konsequenter Antifaschismus geht viel weiter.
Wenn ich gegen Nazis bin weil ich ihr Weltbild ablehne muss ich auch selbst versuchen ihr Weltbild, und sei es im noch so kleinen, mit allen Mitteln nicht in mein Leben einfließen zu lassen.
Was das für mich persönlich bedeutet?
Nun, für mich bedeutet das mein Verhalten zu hinterfragen und zu reflektieren – und anderen dabei zu helfen das ihre zu reflektieren.
Denn nur wenn wir selbst den Sexismus, Heteronormativität, Zweigeschlechtlichkeit, Rassismus und Antisemitismus in unserem Denken erkennen und bekämpfen und uns auch mal kritisieren lassen können wir Antifaschist*Innen sein.

Aber bevor ich jetzt hier herumpöbel und allen sage das sie doof sind: Mein Verhalten ist auch manchmal einfach nur das des Typischen Helden: weiß, heteronormativ, aufopfernd und zum Kotzen – aber genau das muss dann halt auch reflektiert werden.

antifaschistische Grüße,
eine schwarze Katze


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