ein kleiner Vortrag über Entmenschlichung

Neulich ergab es sich in einer Gesprächssituation über Fußballultras und Hooligans, dass eine Person so etwas sagte wie: „Das kann doch kein Mensch wollen!“.
Ich persönlich finde dieses Argument immer ziemlich beschissen, denn es sagt aus das es sich bei der Person offenbar um keinen Menschen handeln kann. Hier wird angenommen, dass die eigene Ideologie und Denkweise universal auf jede andere Person zu übertragen ist und wer nicht so denkt ist halt eben kein Mensch. Somit wird eine Weltanschauung vertreten in der selten ein Denken außerhalb des eigenen Kopfes stattfindet.
Auch wenn dieses Gespräch außerhalb meiner üblichen ‚Linke Szene Peergroup‘ stattgefunden hat hat es doch etwas damit zu tun. Denn auch hier finde ich Regelmäßig Entmenschlichungen. Nazis und Bullen werden nicht mehr als Menschen Wahrgenommen, der politische Gegner wird als Schwachsinn abgetan – vor allem in den guten alten ‚AntiD vs. Antiimp‘ Diskussionen.
Ja, natürlich ist die Ideologie von Nazis Menschenverachtend, Antisemitismus zum Kotzen und die Bullen dazu da um den sog. demokratischen Rechtsstaat in die Köpfe zu prügeln. Aber es sind immer noch Menschen, die ihre eigenen persönlichen Gründe dafür haben warum sie so beschissen handeln.
Wenn sich das jetzt zu sehr nach „keine Gewalt gegen Bullen und Faschos und sonstige Idioten“ anhört entschuldigt bitte. Ich habe nach wie vor mit der Situation und dem Ziel angemessener Gewalt absolut kein Problem und befürworte es das Gewaltmonopol des Staates in Frage zu stellen. Aber ab und zu sollte Jede*r von uns mal in den eigenen Kopf schauen und überlegen ob die Person über die wir reden wirklich kein Mensch ist.

Menschliche Grüße,
eine schwarze Katze


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